Test: Mario Party 10

Von Nico Zurheide am 02. Januar 2017
Wir alle wissen: Mario feiert unheimlich gerne Partys. Und diese Partys sind offensichtlich so gut, dass seine Freunde bereitwillig immer und immer wieder freudig allen Einladungen folgen. Auch zum jetzt bereits zehnten Mal treffen sich also Luigi, Prinzessin Peach, Yoshi und die restlichen üblichen Verdächtigen zur gepflegten Schnauzbart-Sause. Dieses Mal in HD auf der Wii U, mit bis zu fünf Spielern gleichzeitig. Mario ist ja bekannt für eine, sagen wir mal, actiongeladene Unterhaltung während seiner Partys. Minispiele gehören bei Feten im Pilzkönigreich nunmal zum guten Ton. Neben Marios Freunden und Vertrauten ist natürlich auch Oberfiesling Bowser wieder mit von der Party - dieses Mal sogar mit seiner eigenen Kreation. Dabei hat er natürlich nur im Sinn, den anderen Gästen das Leben schwer zu machen. Aber was gibt es sonst noch Neues bei Mario Party 10? Hier kommt unser Review.
 
Ich mach‘ heute Partey, machst du heute Partey?
Mario Party steht schon seit dem ersten Teil der Reihe für Multiplayerspaß par excellence. Und das – so viel sei vorweg verraten - ändert sich natürlich auch beim zehnten Ableger der Reihe nicht. Spaßige Minispiele gehen hier Hand in Hand mit durchgestylter Präsentation im typischen Mario-Look. Die namensgebende Hauptattraktion des Spiels, der Party-Modus, geht spielerisch den Weg des Vorgängers konsequent weiter und lässt die vier Kontrahenten zum Unmut vieler langjähriger Fans weiterhin zusammen in einem Gefährt die linearen Spielbretter entlangfahren. Dabei bringt jeder Würfelwurf alle zusammen vorwärts, die Ereignisse der einzelnen Felder gelten aber nur für den Spieler, der gerade am Zug ist.
 
 
Minispiele werden nicht mehr zwingend am Ende jeder Runde gespielt, sondern beginnen durch bestimmte Aktionen, beispielsweise durch Minispielfelder. Diese sind aber immerhin so häufig, dass trotzdem beinahe jede Runde in einem der rund siebzig neuen Spiele um Ministerne gekämpft wird. Die vielen verschiedenen Eingabemöglichkeiten der Konsole werden bei Mario Party 10 leider nicht genutzt: Lediglich das GamePad und Wii-Fernbedienungen kommen zum Zug. Das Pad findet aber nur im amiibo-Modus und bei der Bowser Party Anwendung. Die klassischen Minispiel-Konstellationen, also alle gegen alle, zwei gegen zwei und einer gegen drei bleiben hingegen auch bei der zehnten Party erhalten.
 
Des Bowsers neue Freunde
Selbstverständlich muss ein neues Spiel auch neue Features mitbringen und nicht einfach nur den Vorgänger wiederholen. Da hätten wir hier zum einen die eben angesprochene Bowser-Party, bei der bis zu fünf Spieler zugleich um den Sieg kämpfen. Hier heißt es: Alle gegen Bowser. Nach den Würfen der vier Spieler ist die fiese Schildkröte an die Reihe und kann dabei zunächst auf vier Würfel zugreifen. Die Anzahl der Bowser-Würfel lässt sich sogar noch weiter erhöhen. Dadurch bleibt es schließlich nicht aus, dass Bowser das Gefährt der Spieler irgendwann einholt und alle vier Teamgefährten zu hammerharten Minispielen herausfordert. Während die vier Kumpane dabei mittels Wii-Remote bedient werden, lässt sich Bowser ausschließlich mit dem GamePad steuern. Die Features des Pads werden dabei immer wieder gebraucht: Auf dem Touchscreen müsst ihr zum Beispiel manchmal ein Laufrad drehen. Und der Bewegungssensor sorgt für eine genaue Zielerfassung beim Speien von Feuerbällen. Sind schließlich alle Leben eines Charakters verbraucht, scheidet dieser aus der Runde aus. Ausgeschiedene Mitstreiter können aber wieder am Spiel teilnehmen, wenn das Team einige Extraleben erhält. Sollte Bowser jedoch alle vier Spieler ausgeschaltet haben, gewinnt der Oberkoopa die Party. Sobald mindestens ein Insasse mit dem Gefährt im Ziel ankommt, hat das Team gewonnen. Die Bowser Party ist eine gelungene Abwechslung zur klassischen Mario Party und kann sogar im Einzelspielermodus unterhalten. Hier wurde das Prinzip der vier Spieler in einem Kart letztendlich doch gut umgesetzt und ergibt Sinn.
 
 
Und was gibt es noch?
Leider nicht so gut gelungen ist dagegen die neue amiibo-Party, die durch eine kompatible amiibo-Figur freigeschaltet werden kann. Mario Party 10 ist auf die amiibo-Figuren von Mario, Luigi, Yoshi, Prinzessin Peach, Bowser, Toad, Rosalina, Donkey Kong und Wario ausgerichtet – unabhängig davon, ob die Figuren aus der Smash Bros.- oder der neuen Mario-Kollektion kommen. Mario Party 10 ist das zweite Wii U-Spiel, das aktiv Daten auf die Figur speichern kann – dafür dürfen aber keine anderen Daten (zum Beispiel die Smash Bros.-Trainingsdaten) mehr darauf vorhanden sein. Sonst werden sie bei der Verwendung des amiibo gelöscht. Gespeichert werden zum Beispiel verschiedene Tokens, durch die eine Figur in der amiibo-Party Vorteile erhält, etwa zusätzliche Münzen aus Minispielen.
 
Die Schaltfläche für den zusätzlichen amiibo-Spielmodus steht im Hauptmenü gleichwertig neben den eigentlichen beiden Spielmodi Mario- und Bowser Party und lässt sich damit als aggressiv beworbene Werbung für Nintendos Plastik-DLC-Figuren interpretieren.
 
Besitzer einer amiibo-Figur dürfen sich also freuen, DLC-Verweigerer könnten sich aber vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn vermeintlich ein Drittel des Spiels nicht zur Verfügung steht. Die amiibo-Party selbst ist ein viereckiger Rundkurs, auf dem die vier Spielfiguren als unbewegliche amiibo und Pappaufsteller unterwegs sind. Reichlich Aktionsfelder lenken von der uninspirierten Umsetzung dieses Modus ab: Alle Charaktere rennen einige Runden lang im Kreis und wollen dabei möglichst viele Sterne kaufen. Für deren Erwerb brauchen sie Münzen, die durch Minispiele verdient werden können. Während eines Durchlaufs kann es immer wieder passieren, dass nach einem Kauf der nächste Stern direkt vor dem bereits Führenden auftaucht, was dem natürlich einen erheblichen Vorteil verschafft. Neben den schon immer vorhandenen Glücks-Minispielen kommt hier also noch ein weiterer Zufallsfaktor hinzu. Diese Kritikpunkte könnten dazu führen, dass sich dieser Modus im Vergleich zu den anderen eher weniger Beliebtheit erfreuen wird – ganz davon abgesehen, dass er nur funktioniert, wenn der Spieler sich auch mindestens eine amiibo-Figur dazugekauft hat.
 
 
Hinzu kommt, dass der Spieler seine Figur während jedes Zuges für jede einzelne Aktion an den NFC-Sensor des Pads halten muss - allein dreimal, um überhaupt zu würfeln. Dieses andauernde An-das-GamePad-Halten der Figuren lässt kein entspanntes Spielen zu. Jede kompatible amiibo-Figur schaltet ein eigenes, zum jeweiligen Charakter gehöriges Spielbrett für die Runde frei; die Kurse unterscheiden sich allerdings nur unwesentlich. Um alle vorhandenen Kurse zu bespielen, müssen also auch alle kompatiblen amiibo griffbereit im Schrank stehen.
 
Durch alle auf dem Markt verfügbaren amiibo-Figuren kann man außerdem noch einen täglichen Bonus in Form von Mario-Party-Punkten bekommen, die als Währung in dem spielinternen Shop dienen. Dort lassen sich weitere spielbare Charaktere, neue Vehikel, Musik aus dem Spiel und Fotomodelle für die Charaktere erwerben, die dann in der Fotowerkstatt Anwendung finden. Hier entstandene Schnappschüsse lassen sich auch ins Miiverse hochladen. Neben dem Shop und dem Shootingraum befinden sich in "Toads Zimmer" außerdem Schaltflächen für die Spielcredits und Miiverse-Einstellungen, eine Auswahl an Musik und die Mario-Party-Herausforderungen-Liste. In Mario Party 10 gibt es eine Reihe an Aufgaben, für deren Bewältigung ein Bonus an Partypunkten ins Haus steht. Bei diesen Herausforderungen ist von leicht zu lösenden ("Schließe eine Mario Party ab") bis zu zeitintensiveren ("Lande auf fünfzig Bowser-Feldern") Aufgaben alles dabei. Vor allem, wenn jeder der vier Mitspieler in einem Minispiel ein besonders gutes Ergebnis erzielen muss, sind die Extrapunkte schwerer zu bekommen.
 
 
Abgerundet wird das Spielerlebnis durch etwas größere Bonusspiele wie Badminton oder eine alternative Version von Tetris. Dazu gibt es besondere Bowser Jr.-Minispiele, ein Minispiel-Turnier für bis zu acht Spieler und die spezielle Bowser-Herausforderung. In diesem Modus für Einzelspieler wird Bowser in zehn fiesen Spielen ausschließlich mit dem GamePad kontrolliert. Der Highscore besteht hier aus den Herzen, die man den Opfern in den zehn Runden abnehmen konnte. Im Vergleich zu früheren Vertretern der Reihe laufen alle Partyrunden übrigens etwas schneller über die Bühne: Je eine knappe halbe Stunde muss für die drei Bretter der Bowser- und die fünf Bretter der Mario-Party eingeplant werden.
 
Fazit:
Am Ende bleibt eine Frage: Lohnt sich der zehnte Besuch auf der Mario Party? Gerade wer Nintendo Land, Game & Wario oder Wii Party U noch nicht sein Eigen nennt, bekommt hier ein rundum zufriedenstellendes Paket für einen geselligen Abend mit Freunden. Bei der Wahl zwischen den verschiedenen Multiplayer-Spaßkanonen müssen dann aber wohl persönliche Vorlieben entscheiden: Nintendo Land bietet weniger Abwechslung als die restliche Auswahl, dafür sind die einzelnen Spiele etwas komplexer und es gibt mehr zu sammeln. Die Minispiele bei Marios Party sind zwar einfacher gestrickt als in Wii Party U, dafür kommt der Schnauzbart aber wie üblich komplett im Pilzkönigreich-Schick durchgestylt daher. Ohne amiibo-Figuren bekommt man hingegen kein fertiges Spiel. So oder so untermauert Mario Party 10 den Anspruch der Wii U-Konsole, auf keiner Party fehlen zu dürfen.

Wertung:

7.5

Nico Zurheide meint:

"Mario Party 10 hat gute und nicht so gute Ansätze, durch die gewohnte Standardqualität der Serie bleibt der Spielspaß aber erhalten."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Sehr gut
Technik: Gut
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19 Kommentare:


ProG4M3r
vor 2 Jahren | 0
Nachdem man die Review ja schon in LEVEL AB verwendet hat, hätte ich mir das lesen eigentlich schenken können, aber auch gut.

Am ärgerlichsten finde ich ja die Amiibo Party, für welche scheinbar auch noch mehrere Amiibo erforderlich sind?

Naja, egal.. alles im allem ist die Review gut geschrieben, lediglich die Wertung finde ich anhand der ganzen Kritikpunkte doch überraschen hoch gegriffen. Mit mehr als 7.0/10 hätte ich nicht gerechnet.

Taisaka
vor 2 Jahren | 0
Amiibo juckt mich gerade mal Null, dennoch werde ich es mir zulegen. Mario Party gehört zu jeder Nintendo Generation dazu !

E: das Review fand ich etwas enttäuschend da bis auf den Amiiboteil alles schon Wochenlang bekannt war. Für Leute die nicht jeden Nintendo Schnipsel im Netz aufsaugen wohl dennoch Lesenswert.

Farbi11
vor 2 Jahren | 0
Naja, also ein kompatibles amiibo ist für mich noch kein KO-Kriterium. Wenn jeder Spieler zwingend eins bräuchte, das wäre gemein!

Dreimal dranhalten zum würfeln? Wofür denn dreimal?

Ich möchte einige Dinge ergänzen bzw. korrigieren:
-In MP9 gab es kein 2 gegen 2. Es gab allerdings 2 gegen Bowser Jr.
-In MP9 kamen auch nicht nach jeder Runde Minispiele. Da hat sich nichts verändert.
-Es gibt nur 5 Spielbretter, in MP9 waren es noch 6 plus ein Bonusbrett mit Donkey Kong.
-Die Gesamtzahl an Minispielen ist weniger geworden im Vergleich zu MP9.

@ProG4M3r: Man braucht ein amiibo zum Freischalten. Die anderen Spieler können auch ohne amiibo mitspielen. Dann ist ihre Spielfigur auf dem Brett eben kein amiibo sondern ein Pappaufsteller.

treib0r
vor 2 Jahren | 0
Es sollte mein erste MP Spiel werden. Leider zeichnet eine sehr seichte Kost ab, weswegen ich verzichten werde. Splatoon und Xenoblade reichen für das Jahr aus ;)

Taisaka
vor 2 Jahren | 0
@ Treib0r

MP hat sich noch nie durch gute Wertungen ausgezeichnet, dennoch war es immer ein Riesenspaß im Multiplayer. Bis auf das Amiibo Gedönse wird das Spiel wieder der Kracher mit Freunden wie es schon immer war.

Falco
vor 2 Jahren | 0
Wertung kann ich insgesamt nachvollziehen, aber ich hätte nochmal eine genauere Erläuterung zum Punkt Technik. Ich meine, bis auf die Sache mit den Amiibo Figuren wurde recht wenig auf die Technik eingegangen, sodass ich mich gleich doppelt frage, woraus nun das "gut" resultiert.

Ansonsten gute Arbeit :)

blither
vor 2 Jahren | 0
Ohne MP10 gespielt zu haben, finde ich die Wertung zu niedrig, wenn es qualitativ auf einem Level mit seinen Vorgängern ist. Die gezeigten Minispiele sehen vielfältig und spaßig aus! Für Einzelspieler ist eine 7.5 zu hoch, aber für gesellige Abende mit Familie und Freunden gibt es kaum ein besseres Spiel!

treib0r
vor 2 Jahren | 0
Wenn die Spiele simpler als die aus Wii U Party sind, reizt mich das Spiel einfach nicht mehr. Da bleibe ich lieber bei der Auswahl aus Nintendoland.

Redline1
vor 2 Jahren | 0
Standardqualität? Die sogenannte Standardqualität gibt es schon seit Mario Party 9 nicht mehr. Meiner Meinung nach kann Nintendo die Serie so beerdigen, wenn sie nicht zum alten bewährten Prinzip zurückkehren. Ich kaufe das Spiel nicht, weil es mir gameplaytechnisch gefällt, sondern, weil Mario Party 10 drauf steht und weil die Hoffnungen auf die alten Zeiten noch nicht verflogen sind.

blither
vor 2 Jahren | 0
McClane ist im Troll-Modus: 10/10 für die französiche Taube und einen 0,5/10 für den Party-Klempner.

Farbi11
vor 2 Jahren | 0
Ach kommt schon! Bewertung vor dem Testen, wo gibt es denn sowas? Nehmt das Spiel für das was es ist.

Tisteg80
vor 2 Jahren | 0
Hm, schade, ich hatte echt auf einen Überraschungshit gehofft, zumindest aber auf eine Wertung im Bereich 8 - 8.5. Der Metacritic-Score ist noch weiter unten. Klare Sache: Nintendo hätte sich ein besseres Konzept überlegen sollen, dann wäre nach Mario Kart 8 und Super Smash Bros. der nächste Hit fällig gewesen. So aber ist man als potenzieller Käufer doch verunsichert.

Ich lasse meine Vorbestellung trotzdem laufen, denn im Bundle mit der Amiibo-Figur kostet das Spiel quasi nur 32,- Euro. Da wird sicher genug Multiplayer-Spaß drinstecken, dass sich der Kauf trotz der Mängel lohnt.

DraGoNfLyAlOnE
vor 2 Jahren | 0
Will Überzeugen ?habt ihr den Verstand verloren oder seit ihr im euren Nextgen Fieber das Marioparty ist das beste seiner Zeit HD Spielspaß im Hohennievo Spaß Faktor 10-10 und wer jetzt noch Heult oder Überlegt der Amiibo Support wer will ein Marioparty Teil 4 der zockt auf ein Spielbrett und leuft jeder für sich und passt auf Holt euch die Sterne für 20 Münzen wer da nicht zugreift hat es Verpennt was sind schon Bewertungen und wer ist der Tester jeder hat eine eigene Meinung kann es jedem Empfehlen mit Familie und Freunde super Spaßig PS;Bowser Party macht auch Super Laune du bist nun der King auf dem Feld glaub hab genug dazu geschrieben habe mir alle Amiibo's der Super Mario dazu geholt Ohne die geht mal garnicht ID DraGoNfLyAlOnE Kaufen Kaufen Kaufen

Belphegor
vor 2 Jahren | 0
Viel zu niedrige Wertung. Das Game ist PERFEKT für gesellige Samstagabende mit Freunden. Die HD-Grafiken sind Top (wie auch schon bei NSMBU und SM3DW), die Spielbretter bieten Abwechslung, der amiibo-Einsatz ist großartig, das GamePad wird hier richtig gut genutzt und es gibt massig Sachen zum freispielen. So müssen digitale Brettspiele aussehen!

McClane
vor 2 Jahren | 0
Leider eine herbe Enttäuschung als ich es spielte.

Vyse
vor 2 Jahren | 0
Sind wir hier jetzt bei Metacritic, wo die einzigen Bewertungsstufen eine 0/10 und eine 10/10 sind? *facepalm*

McClane
vor 2 Jahren | 0
0/10 würde ich nie geben! :D

Dr_Lobster
vor 2 Jahren | 0
Ich zähle mal die größten Fehler auf:

1. Hauptspiel ist der unbeliebte "Alle-in-einem-Boot Modus" aus Mario Party 9 geblieben.
2. Die Minispiele sehen nett aus, bis auf ein Paar Lichtblicke sind sie allerdings viel zu einfach und selbst wenn man die "Glücksspiele" ausstellt scheint Glück der bestimmende Faktor zu sein
3. Amiibo-Modus wäre ganz gut gelungen, wenn entweder alle erhältlichen Amiibos nutzbar wären oder ein einziger Amiibo ausreichen würde um in den vollen Genuss dieses Modus zu kommen (zum Spielen reicht einer zwar, aber alle die keinen haben sind teilweise deutlich im Nachteil und werden immer wieder "dezent" darauf hingewiesen).
Die Bretter hätten hier größer sein müssen und die Rundenzahl kann man auch nicht ändern.
Pseudo-Integrierung der amiibo-Figur indem man sie zum Beispiel jedens mal zum Würfeln etc. aufs Tablet tippen muss. Nervig und überflüssig. Soll wohl nur darüber wegtäuschen, dass sie eigentlich nichts anderes kann, als "Marken" zu speichern.
4. Der Bowser-Modus ist viel zu unausgeglichen. Wer auch immer Bowser spielt hat eigentlich schon gewonnen.

Ich möchte nicht alles schlecht machen. Die Optik der Spiele und die Bretter sind ordentlich. Hin und wieder kommt trotz der Defizite Stimmung auf und wer noch kein Party-Spiel hat oder auch mal unerfahrene Spieler zum zocken einlädt kann damit nen netten Abend verbringen.
Alles in allem schafft es MP10 trotz des grandiosen Bonusspiels "Badminton" nicht über 5.5 Punkte, da einfach zu viel Potential verschenkt wurde.



Chuckbert
vor 2 Jahren | 0
Wer sich über die schlechten Kritiken bei Metacritic wundert und deswegen vorm Kauf zurückschreckt, sollte sich evtl. mal die Wertungen älterer Mario Parties anschauen und wird bei der Gelegenheit feststellen, dass diese noch nie sonderlich gut ausfielen: Nicht zuletzt, weils schlicht keinen ernstzunehmenden Solomodus gab und gibt.

Manche Kritikpunkte meiner Vorredner teile ich: Auch ich trauere nach wie vor dem guten alten Prinzip aus MP1-8 hinterher. Aber seis drum, auch MP10 weiß minispieltechnisch zu überzeugen. Die Aussage, Minispiele seien im Schnitt "seichter" als bei Wii Party U, würde ich so nicht unterschreiben. Würde eher sagen das ist abgesehen von der mariotypischen Präsentation Jacke wie Hose (was negativer klingt als es soll, da auch die Minigames aus Wii Party U meines Erachtens recht gut gelungen sind).

Widersprechen würde ich im Übrigen der Darstellung, die Bowser-Party sei inbalanced: Den Eindruck hatten wir zunächst auch, aber nach zig Matches ist festzustellen, dass sowohl Bowser als auch das Team immer mal wieder den Sieg holen und viele Matches sehr knapp ausfallen.

Hinsichtlich des Amiibo-Modus ist die Aufregung meines Erachtens unbegründet. Zwar finde ich dreimaliges Amiibo-Bereithalten zum Würfeln auch wenig zweckmäßig und auch die fehlenden Optionen (Rundenzahl, vielleicht zumindest eine Map die kein Kreis ist) sind ärgerlich. Jedoch kann man genau aus diesem Grund die Aussage nicht stehen lasen, ein Amiibo sei hier in irgendeiner Form Pflicht, da der Amiibo-Modus (anders als vom Hauptmenü suggeriert) eben gerade kein relevanter Spielinhalt ist, bei dessen Fehlen man groß was verpassen würde. Insofern geht diese Art - ich nenne es mal "verstecker DLC" - für mich, der ich gewiss kein Freund der Amiibos bin, in Ordnung.

Die beiden "Bonusspiele" Badminton und Juwelenschacht (letzteres is der angesprochene Tetris-Verschnitt) wissen bei uns im Übrigen auch zu gefallen und können für sich genommen bereits Suchtcharakter entwickeln.

Mir persönlich gefällt MP10 unterm Strich sogar nen Zacken besser als MP9, wenngleich ich auch in Zukunft nicht aufhören werde wegen des Fehlens eines klassischen Modus nach dem Vorbild von Teil 1 bis 8 herumzujammern.